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Klimawandel führt Fichte auf Holzweg

Unterschätzte Kiefer gedeiht auf trockenen Böden und könnte die Rettung für die Zukunft sein.

Von Jürgen Zahrl

Das Erscheinungsbild des Waldes könnte sich aufgrund des unaufhaltsamen Klimawandels in den nächsten Jahrzehnten deutlich verändern: Lockerer Kieferbewuchs anstelle düsterer Fichtenwälder. Durch die zunehmende Trockenheit sind Fichten zum Sterben verurteilt.

Darauf müssen Grundbesitzer und Bauern vor allem im nö. Waldviertel schon bald reagieren, um keine finanziellen Verluste zu erleiden. Die unterschätzte Kiefer könnte – so wie schon jetzt die Zirbe in Westösterreich – die Rettung für die Ostregion sein, weil sie laut aktuellen Untersuchungen gut auf trockenen Böden gedeiht und hohe Festigkeit besitzt, um sie als Bau- und Konstruktionsholz oder für den Möbel-, Schiffs- und Waggonbau (wieder) stärker zu nutzen.

Zwei Jahre lang haben Wissenschaftler der Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien gemeinsam mit Experten des Kompetenzzentrums „Holz GmbH“ und der Landwirtschaftlichen Fachschule Edelhof bei Zwettl Informationen und Studien zusammengetragen. Deren Resümee: Die Kiefer – regional als Föhre oder „Fehra“ bekannt – kommt mit den Klimaveränderungen bestens zurecht und könnte als alternative Allrounderin anstelle der Fichte positioniert werden.

Derzeit liegt der Anteil der Kiefer am gesamten Waldbestand Österreichs bei 5,3 Prozent, was umgerechnet eine Fläche von ungefähr 145.000 Hektar bedeutet. Davon befindet sich zirka ein Drittel der Fläche alleine in Niederösterreich. Im Vergleich dazu beträgt der Fichten-Anteil aktuell rund 51 Prozent.

Umdenken

„Die Kiefer braucht im Gegensatz zur Fichte weniger Wasser. Daher ist sie eine Chance für die Zukunft“, betont Herbert Grulich von der Fachschule Edelhof. Ein Umdenken der Waldbesitzer sei wohl unumgänglich, weil die Fichten angesichts des drohenden Temperaturanstiegs von bis zu vier Grad Celsius in Österreich immer schlechtere Verhältnisse vorfinden werden.

War etwa das Waldviertel bisher als geeigneter Standort für Fichten bekannt, so könnte sich das Gebiet für diese Baumart ab 2050 als eher ungeeignet präsentieren, glauben Experten nach derzeitigem Wissensstand. Gründe dafür seien etwa niederschlagsärmere Sommer.

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