Wacholder-Infotag in Roiten

 

BEWUSSTSEINSBILDUNG
Der „Wunderknabe“ Wacholder

ROITEN. Seit 23 Jahren wird jährlich am 31. März, am Tag des Waldes, der Baum des Jahres ausgezeichnet. Heuer ist dies der Wacholder, ein wahrer „Wunderknabe“, der leider vielfach in Vergessenheit geraten ist. Dem soll nun entgegengewirkt werden, dazu lud der Verein zur Förderung des Waldes zum Wacholder-Infotag nach Roiten.
Tips Zwettl/42.Woche 2017/von KATHARINA VOGL

Wildgerichte, kräftige Braten oder Eintöpfe kommen ohne ihn nicht aus. Fest verankert im kulinarischen Sektor ist er auch als Aromageber diverser Schnäpse, wie dem Gin, nicht mehr wegzudenken. Die Rede ist vom allseits bekannten Wacholder. Doch wie schaut dieser aus, wo ist er noch beheimatet und vor allem wie kann man ihm wieder zu mehr Aufwind verhelfen? Das stand am 14. Oktober bei einer Infoveranstaltung im Fokus.

Während er früher beinahe auf jedem Feldrain beheimatet war, ist er heute nur mehr selten zu †finden, weiß der Ideengeber der Veranstaltung, Ewald Altenhofer vom Ökokreis. Mit dem Infotag soll der Baum des Jahres 2017 wieder vermehrt in das Bewusstsein der breiten Bevölkerung treten.

Wacholder gilt als ein Überlebenskünstler der besonderen Art, der mit nährstoffarmen, trockenen Standorten gut zurecht kommt, sehr langsam wächst, aber als wahrer Sonnenanbeter viel Licht benötigt, informiert Altenhofer. Die Beerenzapfen wurden bereits im Mittelalter als eine der wichtigsten Heil- und Arzneipflanzen wegen ihrer magenstärkenden, desinfizierenden und blutreinigenden Wirkung eingesetzt. „Er ist sympathisch, er kann alles und er ist ein Wunderknabe, der weltweit vorkommt, ob in Religion oder Kulinarik, ob in fester oder ˜flüssiger Form“, bringt es Hermine Hackl, Generalsekretärin der Kooperationsplattform Forst Holz Papier, auf den Punkt.

„Wacholder-Ideenbörse“
Im Rahmen der anschließenden Ideenbörse richtete man an Gilbert Schulmeister (Straßenmeisterei) den Vorschlag, sandige Böschungen oder Kreisverkehre mit Wacholder zu bepflanzen. Vorsicht sei hier allerdings bezüglich der möglichen Salzunverträglichkeit gegeben. Im Jagdsektor werde man sich bemühen, dass der Wacholder in die Wildökolandaktion aufgenommen wird, die die Förderung der Wiederanpflanzung von Hecken vorsieht. Auch an Schulen könne man etwa
mit fächerübergreifenden Projekttagen vermehrt Bewusstsein schaffen, meint Andrea Strohmayer, Direktorin der NMS Rappottenstein. Das wunderschön duftende Holz biete auch im Tischlerbereich vielfältige Möglichkeiten, ist Tischlermeister Hermann Neulinger überzeugt. So dürfte man in Zukunft noch einiges hören, vom „Wunderknaben“ Wacholder.